Angebote

Wie erstelle ich als Gestalter ein Angebot, ohne hinterher das Gefühl zu haben, ich habe die Hose runterlassen müssen, mich halbtod geschuftet, keiner lobt mich und trotzdem nix verdient?
aenderungen1Wie Sie die lästige Diskussion um Leistung, Kosten und Termine vermeiden.

Egal ob Website, Logoentwurf oder Gestaltung einer Broschüre und ganz gleich, ob Designer oder Entwickler, ob Agentur oder Freelancer; ist ein Auftrag erfolgreich abgeschlossen, ist das Projekt mit dem Erstellen der Rechnung abgehakt. So sollte es jedenfalls sein. Gar nicht so selten beginnen dann aber noch Diskussionen, weil Kunde und Kreativer erst jetzt feststellen, dass die Auffassungen über den vereinbarten Leistungsumfang und die Kosten des Auftrags beispielsweise auseinander gehen. Dann kommt es darauf an, dass im Vertrag präzise festgelegt ist, was der Gestalter wann und in welchem Umfang zu leisten hat.
Grundlage des Vertrages ist immer das Angebot, daher sollte man es immer sorgfältig aufsetzen und prüfen:
Ist die Kalkulation stimmig?
Ist der Stundensatz korrekt?
Ist der Leistungsumfang genau beschrieben?
Auch die Nutzungsrechte sollten hier geregelt sein.
Wer sein Angebot nicht präzise aufsetzt bringt sich am Ende womöglich um die Früchte seiner mühevollen Akquise, denn bleibt aufgrund der Streitigkeiten die (vollständige) Zahlung aus und muss  womöglich juristische Hilfe in Anspruch genommen werden, um die Forderungen durchzusetzen. Weiterer Aufwand und zusätzliche Kosten stellen sich dann auch noch ein.
Wie das Angebot wasserdicht aufzusetzen ist, um derartige Unstimmigkeiten zu vermeiden wir nun im Folgenden beschrieben.
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Hier ein sehr lehrreiches Video wie man sich total zum »Affen« macht wenn man andere Leute fragt ob diese für einen was »umsonst« machen.
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Typoart_Super Grotesk

1_SuperGroteskBild 1: Norbert Du Vinage gestaltete 1988 die Typoart Schriftprobe zu der von Karl-Heinz Lange für den digiitalen Satz überarbeiteten Super Grotesk, die neben der ebenfalls von Arno Drescher gestalteten Fundamental bis zum Erscheinen der Maxima schwerpunktmäßig eingesetzt wurde.
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Bild 2: Die überarbeitete Super Grotesk wurde wie die meisten digitalen Typoart-Schriften in 3 bzw. 4 Größenbereichen geliefert. Für den Satz von kleinen Schriftgraden (4p-6p, Basisgrad 6p), Werkschriftgraden (7p-12p, Basisgrad 9p), mittleren Titelschriftgraden (14p-14p, Basisgrad 20p) und großen Titelschriftgraden (28p bis 72p, Basisgrad 48p).
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Bild 3 und 4: Der Vergleich der 20p Super Grotesk mager und fett im Bleisatz zur digitalen Variante der Typoart Super Grotesk zeigt diese ihre deutliche Eigenständigkeit und einen starken zeitbezogenen Ausdruck.

Die ersten Entwürfe und Schriftschnitte der Super Grotesk entstanden ab 1930.
Sie wurden von Arno Drescher im Auftrag der Schriftgießerei Schelter & Giesecke gestaltet. Schelter & Giesecke verlor nach dem 2. Weltkrieg die wirtschaftliche Eigenständigkeit und wurde auf Beschluss ehemaliger DDR-Regierungsstellen mit weiteren Betriebsteilen anderer Industriezweige zu VEB Typoart zusammengeschlossen. Im Zuge des Aufbaus eines vom Westen unabhängigen Gießereigewerbes griff man zu diesem Zweck vorrangig auf die im Krieg nicht zerstörten Stempel und Matrizenbestände der in Ostdeutschland ansässigen Schriftgießereien zurück.Die Super Grotesk gehörte zu den Schriften, die als »zeitgemäße und unbelastete« Grotesk in größerem Umfang den grafischen Betrieben verfügbar gemacht wurden. Aus diesem Grund gehörte sie in der DDR neben der ebenfalls von Arno Drescher gestalteten Fundamental schon bald zur Grundausstattung jeder Setzerei.Nach Einführung der digitalen Fontherstellungstechnik bei Typoart im Jahre 1978 entschloss sich Typoart zu einem »bedarfsgerechten« Redesign der Super Grotesk. Detlef Schäfer, damaliger Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung, stellte die von Karl-Heinz Lange im Auftrag von Typoart überarbeitete Super Grotesk 1987 in einem ausführlichen Schriftporträt der Fachwelt vor. Sein nachfolgender Artikel erschien unter anderem in der DDR-Zeitschrift »Papier und Druck«, der hier in leicht gekürzter Fassung wiedergegeben wird.

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Fragen zum Berufsstand des Typografen

Sechs Antworten auf sechs Fragen

Erstens: Wie kann sich das alte Handwerk heute noch halten?
Dazu knapp: Angebot und Nachfrage in Einklang bringend.


Zweitens: Worin besteht der Wert von traditionellem Handwerk in einer sich rasant verändernden Welt?
Die Frage geht in der Wahrnehmung auf, die Welt ändere sich heute schneller als zu anderen Zeiten. Diesem Eindruck würde ich mich nicht hingeben. Mir scheint, daß sich eher die Wahrnehmung verändert hat. Wie wechselhaft und gefährlich war das Leben in unseren Gefilden vor wenigen Jahrhunderten! Wie schnell und kraftvoll haben Hungersnöte, Krankheiten und politische Auseinandersetzungen in das Leben argloser Menschen eingegriffen! Man bedenke nur, daß die Pest von 1348–54 in Süd- und Westeuropa je nach betroffener Gegend ein Achtel bis zwei Drittel der Bevölkerung dahinraffte. Um unsere Welt etwas gelassener anzuschauen, hilft Lektüre.
Tip: „Verlorene Illusionen“ von Balzac, ein spannender Roman über den Buchdruck und das Verlagswesen, das Theater und das Feuilleton um 1830.

Traditionelles Handwerk produziert für Individualisten und Connaisseure, denen die kleinen Zeichen der Handarbeit kostbar sind. Es bildet außerdem einen Brunnen voller Wissen, aus dem für den Fortschritt in der Gegenwart geschöpft wird.


Drittens: Wie wird das Berufsleben in der Typographie aussehen? Ist traditionelles Handwerk nicht gemütlicher und sicherer?
Der stärkste Eingriff in die typografische Welt war die Erfindung des Buchdruckes, welche das geschriebene Wort aus den Schreibstuben der Mönche hinter Klostermauern befreite, sich anfangs noch in den Dienst der Kirche stellte, dann aber die Reformation ermöglichte, in den Dienst von Philosophie und Naturwissenschaft trat und auch die Grundlage für Journalismus wie Propaganda bildete. Eine Reihe von Berufen änderte sich rasant, die der Schreiber, die weniger zu tun hatten, die der Papiermacher (damals noch vorzugsweise in Italien) und Pergament-Hersteller (Gerber), die mehr zu tun bekamen. Stempelschneider, Schriftsetzer und Drucker wurden neue Berufe. Rubrikatoren (rote Auszeichnungen in Büchern) und Illuminatoren (Buchmaler) suchten dringend Nachwuchs.
Die Auftragsbücher der Buchbinder und ihrer Zulieferer (Schreiner, Schmiede) waren zum Bersten voll. Der Beruf des Verlegers entstand. Usw. usf. Umwälzungen gab es wie überall auch in der Technik der Vervielfältigung von Text.

Traditionelles Handwerk ist meist mit körperlicher Arbeit verbunden. Georg Kraus hat hier (Kommentar Nr. 3) erzählt, wie er es als Aufstieg empfand, den Arbeitsplatz am Setzkasten gegen den am Bildschirm zu tauschen. Berufskrankheiten der Schriftsetzer waren Plattfüße, Buckel (einseitige Belastung der linken Schulter durch das Halten des mit Bleilettern gefüllten Winkelhakens) und ein krummer Daumen. Als die Lettern noch ohne Absaugvorrichtungen gegossen und die giftigen Dämpfe eingeatmet wurden, litten die Handwerker oft unter der widerlichen Bleivergiftung.

Ich möchte nicht mehr als angestellter Schriftsetzer jeden Tag acht Stunden am Setzkasten stehen müssen. Ein paar Jahre lang habe ich das gemacht und dabei viel gelernt. Aber romantisch gewesen ist es nur im verschleierten Rückblick. Ich bin nachmittags meistens recht erschöpft zur U-Bahn geschlurft und hab zu Hause erst einmal die Füße hochgelagert. Ein wirklich erfüllendes Arbeiten ist nur im handwerklichen Kleinstbetrieb ohne viel Arbeitsteilung möglich, wo ein Mensch vom Gespräch mit dem Auftraggeber über den Entwurf, die Kalkulation, Papierbestellung, das Papierschneiden, den Satz, das Einrichten der Presse, den Druck bis zur Verpackung, Auslieferung und Buchhaltung viele Tätigkeiten ausüben kann.


Viertens: Welchen Wert haben Kenntnisse der Typografie, wenn Layout-Software mit einem Mausklick alles astrein aussehen läßt?
Solche Software gibt es nicht. Man muß der Software sagen, was sie machen soll, es sind viele Klicks bis zum guten Entwurf. Typografie ist Sache des Menschen. Und ein gutes typografisches Gesamtwerk kann eines werden, in dem man vermieden hat, eine eigene Handschrift zu zeigen und es einem nicht gelungen ist. Das vermag keine Maschine.


Fünftens: Warum nicht gleich Klartext reden und statt dessen an alter Terminologie festhalten, wenn man doch jedes Wort erklären muß?
Erklären muß man seinen Auftraggebern viel. Es belastet aber nicht, wenn sich Menschen interessieren für das, was man tut und das, was sie erwerben. Es ist eine Herausforderung, die eigenen Kenntnisse zu erweitern, zu fundieren und als Beweise von Qualität verständlich darzustellen. Und die Fachsprache ist nicht verzichtbar. Es gibt eben Dinge nur in der Typographie, und diese Dinge haben Namen, die man anderswo nicht braucht. Oder habe ich die Frage nicht verstanden?


Sechstens: Wie wird die Zukunft des Typografen aussehen?
Die Technik wird sich entwickeln, aber es wird immer Typografen brauchen, die ihren Beruf verstehen.
Und noch eine Anmerkung: Herr Raabe, Sie schreiben, man könne die gleiche Arbeit, die man im Handsatz mit Bleilettern setzt, in kürzerer Zeit, mit größerer Genauigkeit, weniger anfällig für Fehler und leichter zu korrigieren erledigen. Meinen Sie nicht, daß heutige Zeitungen und Bücher hinsichtlich des Gewimmels von Druckfehlern und typografischen Nachlässigkeiten etwas anderes zeigen?

Die zweite Anmerkung, zur Bleisatz-Praxis: Typen wechselt man meistens von Hand aus (kurze Fingernägel!), eventuell hilft die Ahle. Im übrigen liest der Schriftsetzer schon im Winkelhaken die erste Korrektur und setzt kaum Fehler.

— Martin Z. Schröder
Martin Z. Schröder, Drucker in 
Berlin, berichtet aus der Offizin
 von seiner Arbeit mit bleiernen
Lettern, wie sie Johannes
 Gutenberg vor etwa 570 Jahren
 erfand.

Sprüche des Alltags

Die die hier ausprobieren sind die von Höchst+Schön.IMG_8209Diese Karte ist einer von unseren Verkaufsschlagern … was daran liegen mag, dass fast jeder sich irgendwann mal damit identifizieren kann.
Nach einer kleinen Bestandsaufnahme, was wir noch an Drucksachen für die kommenden Designmärkte vorrätig haben, war klar, dass wir diese Karte nachproduzieren müssen.
War die alte Karte noch aus der Erbar schmalmager in 48 Punkt bzw. 4 Cicero gesetzt, haben wir uns für die Neuauflage für eine andere, noch nicht identifizierte, Schrift in 4 Cicero entschieden.

Sie haben mit 1 Cicero Messinglinien und Tagesleucht-Rot experimentiert und diese Karten dann als Grundlage für den Spruchtext genommen. Dieser wurde dann heute in Tagesleucht-Blau überdruckt.

Das dabei darauf geachtet wurde, sowohl die Linien, wie auch die Lettern, nicht 100%ig flächig zu druckem ergibt diesen schönen und allseits beliebten »Vintage-Look«. Denn was so »authentisch« und »retro« aussieht ist eigentlich eher schlechtes Handwerk.

IMG_8145 IMG_8146 IMG_8147Hand auf’s Herz: jeder von uns war schon mal in einer Situation, zu der dieser Spruch gepasst hätte. Meistens sind diese Situationen der Stoff für Anekdoten und Geschichten, an die man sich nach Jahrzehnten noch gern erinnert.

Ausprobieren, testen experimentieren wie hier zu sehen: Photopolymer Klischees von selbst gerasterten Bilder auf dem Boston Tiegel drucken.

Nachdem wir von der Qualität und dem Druck des Klischees doch positiv überrascht waren, ging es nun drum, dazu den passenden Spruch zu finden.

Diesen haben wir aus der Prägefest in 48 Punkt gesetzt. Um dem Ganzen etwas mehr Dynamik zu verleihen, wollten wir den Text etwas schräg, quasi wie einen Ausruf, drucken.

Leider mit dem allseits beliebten Deppenapostroph.

Architektur No. II

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Wie ich schon in einem früheren wertschätzenden Artikel über den Architekten J.Mayer.H schrieb, gab es eine Ausstellung über ein Teil seiner Werke, die wie Filmkulissen aus der Feder von James Bond-Ausstatter Ken Adam (der leider diese Jahr verstorben ist) anmuten. Im idyllisch gelegenen Haus am Waldsee in Berlin-Zehlendorf konnte man auf 2 Etagen einen klitzekleinen Teil der umfassenden Arbeiten sehen. was ich ganz bemerkenswert fand, war neben den spektakulären Bauten die untere Etage mit multimedialen Einspielungen seiner an Drahrgittermodelle erinnerten Projektionen. Zauberhaft und dunkel.
Ebenfalls sehr bemerkenswert war die in dem Film gezeigten Ornamentalen Verkleidungen und deren Herkunft. Für viele seiner bauten benutzt er einfach Ziffern die, aneinander und übereinander gereiht, Muster ergeben. Toll.Video_03Video_01 Video_02Oder seine, den Raum ausfüllenden strukturähnlichen Figuralien.
Hier noch ein Eindruck von der Symbiose Haus am Waldsee (ca. 1910 gebaut) und Architektur des 21. Jahrhunderts.
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… Die Ausstellung hat nun geschlossen.

Was bin ich wert?

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Kenne deinen Preis: 7 Tipps, bevor du deine Honorare einem Kunden mitteilst

Viele Kreative, Freiberufler, Webdesigner und Grafiker finden es schwer, einen Preis für die geleistete Arbeit zu definieren. Da wird oft ein viel zu niedriger Wert angesetzt da man meint, dass dieser die Akquise ersetzt: wenn ich billiger bin als die Konkurrenz, dann wird man mich schon buchen. Doch das ist ein gefährlicher Trugschluss. Du hast deinen Preis, der sich klar aus den folgenden 7 Tipps errechnen lässt.


Tipp #1: Das musst du verdienen
Zahlen lügen nicht. Um deinen niedrigsten Stundenlohn zu errechnen, benötigst du eine Auflistung aller Ausgaben pro Monat x 12. Einfach beschrieben könnte die Berechnung wie folgt aussehen:
( (Persönliche Ausgaben + Geschäftliche Ausgaben) / Arbeitsstunden ) + (Steuer/Arbeitsstunden)
Die Steuer ist klar, da sie bei einem Großteil der Kreativen aus der Einkommensteuer und der Gewerbesteuer besteht, sobald man nicht als Freiberufler anerkannt ist. Die Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) gleicht sich zum Teil aus und kommt deshalb auch erst später auf deinen Preis oben drauf.


Arbeitsstunden pro Jahr?
Doch wie viele Arbeitsstunden stehen uns pro Jahr zur Verfügung? Ein Jahr hat etwa 250 Arbeitstage, mit einem Acht-Stunden-Tag multipliziert, macht 2000 Stunden.
Ist es dabei dein Plan, niemals krank zu werden, keinen Urlaub zu nehmen und auch Weihnachten durchzuarbeiten, so passt diese Anzahl auch. Realistischer sind aber 1500 Stunden (manche gehen eher von nur 1000 Stunden aus, die sich wirklich abrechnen lassen, womit sich weitaus höhere Stundensätze berechnen lassen).
Als Unternehmer arbeitest du ja nicht nur im, sondern auch am Unternehmen, machst vielleicht noch deine Steuer selbst, sorgst für die Marketingmaßnahmen und hast auch mal Zeiten, in denen die Aufträge etwas dünner sind (und dann noch an die Altersvorsorge denken!).
Spielen wir mal ein Beispiel durch: deine persönlichen Ausgaben betragen pro Monat etwa 3600,- Euro, deine betrieblichen Kosten 900,- Euro, so ergibt sich folgende Rechnung:
( (43200 + 10800) / 1500 ) + (3200/1500) = 39,- Euro pro Stunde

Zur Info: die persönlichen Ausgaben werden auch Lebenshaltungskosten, die geschäftlichen Ausgaben Betriebskosten genannt. Es wird also zwischen Privatem und Geschäftlichem getrennt.
Zu den privaten Ausgaben zählt etwa die Miete, Heizung, Strom, Telefon und Lebensmittel, zu den gewerblichen etwa die Miete des Büros, Internet (Anteilig im Home Office) oder Abschreibungen für die Technik.


Tipp #2: Die Berechnungsgrundlage
Entscheide dich, wie du in Zukunft abrechnen möchtest. Nicht immer ist die Berechnung auf Stundenbasis ein Vorteil. Kunden denken da oft, dass extra langsamer gearbeitet wird oder einfach mehr Stunden angegeben werden, da sie die Zeit auch gar nicht einschätzen können und somit auch nicht die Kosten. Eine Lösung wäre eine gute Einschätzung für deinen Kunden, wie viele Stunden es wohl werden.
Dann ist aber auch eine elegante Lösung möglich, gleich einen Festpreis für das Projekt zu nennen, wobei im Angebot klar definiert steht, welche Leistung dafür zu erwarten ist. Darüber hinaus gehende Änderungen und Erweiterungen werden wieder mit einem etwas höheren Stundenlohn präsentiert.
So kann der Kunde gut abschätzen, was er für welche Leistung investieren muss, erhält aber auch die klare Aussage: mehr kostet auch mehr.
Achte bei einem Festpreis auf die (fast schon nebenher gestellte) Frage des Kunden, wie lange die Umsetzung wohl braucht. Kunden rechnen gerne rückwärts, um auf den vermeintlichen Stundensatz zu kommen, der vielleicht so gar nicht der tatsächlichen Höhe entspricht und dich als viel zu günstig oder gar als Wucherer dastehen lässt.
Auch mit einem Budget des Kunden lässt sich arbeiten und darauf bezogen ein Angebot schreiben. Damit wurde dein Preis an deinen Kosten ausgerichtet: doch was ist mit dem Markt?


Tipp #3: Kenne deinen Markt
Preise sind regional. Unternehmer suchen oft mit einem Keyword sowie dem Namen des Ortes („Imagefilme Münster“), in dem sie ihren Sitz haben. Da wäre es natürlich sehr spannend zu sehen, welche Preise die Konkurrenz für gleiche Produkte ansetzt.
Vielleicht verkaufst du dich zu günstig und deshalb ist das Vertrauen der Kunden gestört, da deine Konkurrenz mit Abstand darüber liegen und du deshalb als qualitativ schlechter eingestuft wirst.
Oder du nimmst Mondpreise, die nicht zu deiner Nische passen. Einen befreundeten Dienstleister könntest du vielleicht fragen oder jemanden fragen lassen. Leichter ist allerdings der Einblick über Statistiken: zu finden bei der Künstlersozialkasse oder dem BDG (Berufsverband der Kommunikationsdesigner). Auch ein Blick auf den Vergütungsrechner kann sich lohnen. Damit wurde dein Preis vom Markt korrigiert.


Tipp #4: Rechne rückwärts
Wer sich Ziele setzt, erreicht diese (oft) auch. Eine selbstbewusste Option zur Definition deines Preises berechnet sich aus dem, was du in diesem Jahr verdienen möchtest. Was ist dein erträumtes Einkommen? Du gehst also nicht von dem aus was du brauchst, sondern vielmehr von dem, was du am Ende des Jahres als Ergebnis sehen möchtest.
Nicht der Mindestpreis, sondern ein unternehmerisches Ziel. Vielleicht setzt du dir als Ziel die schöne, runde Zahl 100.000 Euro. Daraus ergibt sich ein Stundensatz von um die 75,- Euro. Um diesen Preis durchzusetzen, braucht es (nicht) viel mehr als etwas Mut, was uns zum nächsten Eintrag bringt.


Tipp #5: Du bist es wert
Warum sollte dir jemand 75,- Euro pro Stunde geben, während deine Konkurrenz nur 35,- Euro bekommt? Du musst es wert sein. Dein Preis ist dein Preis. Warum kostet etwa eine kleine Unternehmensseite bei einer 1-Mann-Bude weitaus weniger, als bei der alteingesessenen, großen Agentur? Zunächst gilt natürlich die Regel „Groß kauft bei groß“. Doch das allein ist nicht der Wettbewerbsvorteil. Es geht um das:
1.    Vertrauen in dein Unternehmen (existiert es schon länger, wie viele Mitarbeiter gibt es, was sagen die Kunden, etwa über Testimonials, Empfehlungen, ect.), die
2.    Bekanntheit (wo und wie groß sind die Marketingmaßnahmen, ) und auch dein
3.    Image, die große Show, dein Auftritt (Awards, Sponsoring, Presseartikel).
Du musst wissen, wie du deinen Preis vertreten kannst. Dabei interessiert es deinen Kunden gar nicht mehr, wie viele Stunden benötigt werden, sondern es geht ihm um ein kontrolliertes Resultat. Das Beste durch den Besten für sein Unternehmen. Das kann nicht jeder, denn dieses Paket muss absolut stimmig sein… Jedes Detail ist dabei wichtig, denn: sind deine (möglichen) Kunden bereit, gerade dir diesen Preis zu bezahlen


Tipp #6: Es gibt Ausnahmen
Kein Preis ist in Stein gemeißelt. Es gibt immer Ausnahmen von der Regel, wenn etwa eine Anfrage von einem Kunden kommt, der dein Portfolio wirklich auf die nächste Stufe stemmen kann und dir etwa auch als Grund dient, einen Presseartikel unterzubringen.
Auch karitative Zwecke passen hier rein oder der Preisnachlass für ein Familienmitglied. Diese Ausnahmen müssen aber wirklich selten bleiben. Und ein Limit sollte es auch hier geben, da die eingesetzte Zeit wertvoll ist.


Tipp #7: Preise steigen
Preise verändern sich über die Jahre. Nicht nur das ja auch sonst überall die Preise steigen, sondern das Alter deines Unternehmens und damit auch deiner Expertise steigert sich, deine Produkte passen sich über die Jahre an und bieten deinem Kunden einen Mehrwert, der Markt ändert sich oder die Struktur deiner Kunden. Bedenke von Anfang an auch, dass deine Preise irgendwann auch eine Familie ernähren oder ein Haus finanzieren sollen.


Fazit
Preise festzulegen und auch durchzusetzen gehört zu den schwierigsten und wichtigsten Aufgaben eines Selbstständigen. Wer über viele Jahre bestehen möchte, muss ehrlich zu sich sein. Du musst deinen sprichwörtlichen Kühlschrank füllen. Deshalb wirst du deine Preise stolz vertreten und höchsten bei der Anzahl der umzusetzenden Leistungen Abstriche machen. Preise senken geht schnell, ein einmal niedrig angesetztes Level zu verlassen, eher schwierig.

Selbstvermarktung heute

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»Man kann nicht nicht kommunizieren.«

Die Zeiten haben sich geändert. Wir leben in einer Wettbewerbswelt, in der viel über andere geredet wird. Oder wie Paul Watzlawick schrieb: »Man kann nicht nicht kommunizieren.« Die Men­schen bilden sich unentwegt ein Urteil über das Gesehene, was umso mehr Spaß macht, wenn man sich das Maul zerreißen kann.

Vor allem im Design- und Kommunikationsbereich sollte niemand die ge­druckte oder di­gitale Visitenkarte dem Zufall über­lassen. »Schlechte Schuhe nach dem Motto: Der Schus­ter trägt die schlechtesten Schuhe« kann sich ein Unternehmen oder ambitionierter Gestalter nicht erlauben – es sei denn, es spielt ganz bewusst mit negativen Konnotatio­nen … wie die Hans Brinker Hotels in Amsterdam und Lissabon, allerdings professionell in Szene gesetzt von den KesselsKramer-Kreativen (eine der besten Agenturen überhaupt > siehe Beispiele > noch viel mehr auf der Website.)
SintLucas_campagne_Page_4 SintLucas_campagne_Page_1 poster_hr_9 poster_hr_4Hätte ich eine Agentur beziehungs­weise als Selbstständiger ein paar Tau­sender als Marketingbudget, würde ich Kollegen engagieren (oder Wettbewerber, denen ich traue), mein Profil zu schärfen und zu gestalten. Der Außenblick ist Gold wert und erhellend, während man sich beim Be­schrei­ben der eigenen Stärken häufig selbst die Sicht versperrt … ganz zu schweigen von einer falschen Selbsteinschätzung.

Wer seine Marke in Eigenregie entwickeln muss, kommt allerdings mit einer Handvoll Regeln ebenso zum Ziel. Der New Yorker Designer Paul Woods hat das jüngst praktiziert und für Nachahmer auf Medium.com in fünf Punkten festgehalten. Wie zahlreiche an­de­re Kreative hatte er seine Website nach dem Studium kaum noch aktualisiert und bekam entsprechend unsinnige An­fragen.

Hier seine fünf Gebote:

1. Definiere den Zweck deines Auftritts. Dabei geht es nicht aus­schließ­lich um Themen wie »Ich suche Auftraggeber« oder »Solche Jobs würde ich gerne über­nehmen«. Vielmehr sollte man sich fragen, was man in Zu­kunft wirklich machen will – und we­niger: Das habe ich bisher gemacht, und so soll es mun­ter weitergehen. Prak­tisches Beispiel: Wer zuletzt über­wiegend Webdesigns realisiert hat und sich künftig aber auf Artdirektion konzentrieren möchte, sollte im Portfolio kein Webdesign zeigen, sondern Projekte, bei denen er als Artdirektor mitgewirkt hat.

2. Nimm die alte Website auf der Stelle vom Netz und ersetze sie durch eine spontane, launige Hinweis­seite. Paul Woods’ Erfahrung: »Bereits am ersten Tag hat die Ersatzseite mehr Hits erzielt als sämtliche Versionen mei­ner vorherigen Site. Was als Zwischenlösung gedacht war, stellte die Weichen für die Tonalität meines neu­en Auftritts.«

3. Finde heraus, was dich einzigartig macht, und ergreife umgehend Besitz davon. Genau zu wissen, wo man im Markt steht, ist Gold wert. Übrigens reicht es keinesfalls aus zu de­finieren, was man genau anbietet. Man muss auch erklären, wie man an den Job herangeht. Das ist manchmal leichter gesagt als getan.

4. Konzentriere dich auf nur eine Dienstleistung. Lass alles andere weg. Versuche dich nicht als Designer zu positionieren, der darüber hinaus noch schrei­ben und illustrieren kann. Prima, wer alle diese Fähigkeiten besitzt, aber eine Marke muss scharf definiert sein.

5. Stell das verdammte Ding so schnell es geht ins Netz, selbst wenn es erst halb fertig ist. Bei eigenen Projekten eine Deadline zu halten, ist praktisch unmöglich. Paul Woods: »Ver­lier dich nicht in Details. Lege einen Launchtermin fest und erzähle jedem davon, damit du ihn nicht mehr absagen kannst. Polieren kannst du später immer noch.«

Im Übrigen gilt das NICHT nur für Websites, sondern für den gesamten gestalterischen Prozess.
Damit steht also fest: Die Selbstvermarktung einer Designdienstleistung sprengt den Rahmen der antiquierten Schuhmacher-Weisheit.
Was heute vor allem zählt, sind Agi­lität und Selbstreflexion, mindes­tens alle 12 Monate.

Nach einem Text von Jürgen Siebert

Essen – nicht entsorgen

Die einen kaufen aus lauter Vorratshaltung oder Angst vor dem leeren Kühlschrank, die anderen nur das was sie wirklich brauchen und essen (können).

Lebensmittel: Zwischen Wertschätzung und Verschwendung

Jahr für Jahr landen in Deutschland 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Wert von circa 25 Milliarden Euro von der Lebensmittelherstellung bis zum Privathaushalt im Müll.

Um diese Menge zu transportieren, sind 275.000 Sattelschlepper notwendig. Hintereinander gestellt ergibt das die Strecke von Düsseldorf nach Lissabon und zurück. Hinzu kommen schätzungsweise bis zu 4 Millionen Tonnen Lebensmittelverluste, die in der Landwirtschaft entstehen.

4Das Hauptaugenmerk liegt darauf, die Gründe für die übermässige Verschwendung von Lebensmitteln aufzuzeigen, die Menschen gegenüber dieser Thematik zu sensibilisieren und ein Umdenken im Umgang mit Nahrungsmitteln hervorzurufen.

Das Thema dieses Projektes ist die Realisierung eine Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung. Sie setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Der erste Teil beschäftigt sich mit der Gestaltung von Infografiken in einem Buch. Der zweite Teil umfasste die Gestaltung einer Plakatserie.

Typografischer Samstag

Während just heute auch in Dresden– in den Räumen der ehemaligen VEB Typoart (Der volkseigene Betrieb Typoart war seit 1951 der zentrale Schrifthersteller der DDR. In ihm gingen verschiedene Schriftanbieter (Schriftguß KG Dresden und Schelter & Giesecke/Ludwig Wagner in Leipzig) auf, die im Ostteil des Landes ansässig waren.
Typoart produzierte Hand- und Maschinensatz-Schriften (Linotype/Monotype) und später auch Fotosatzschriften.) Dazu folgt sicher noch ein Beitrag.Bildschirmfoto 2016-06-18 um 17.26.48Hier ein kleiner Überblick über die ›reichhaltige‹ Schriftauswahl von Typoart in Dresden.


das Dresdener Schriftenfest gefeiert wird, begab ich mich nach Schöneweide zu den Kollegen von die Lettertypen (ich berichtete schon darüber).

Beeindruckend mit welchem Engagement und welchergroßer Leidenschaft Ralf Fischer hier zusammen mit Daniel die Druckerei betreibt, die Maschinen in Gang hält und vor allem das Erbe der Schwarzen Kunst hochhält. Ein großer Dank von meiner Seite.

Nach einem gemeinsamen Plausch über eine in Zukunft entstehende, wie auch immer geartete Kooperation, schaute ich mir die Schönsten Bücher 2015 an. Vieles war gut – manches nicht so. Aber es war ein erfüllter Samstag mit vielen guten Eindrücken und schwarzen Fingern von der Druckerschwärze.
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Und hier noch eine Anzahl Bilder von Büchern und Impressionen aus der Letterwerkstatt.

Das möchte …

Bildschirmfoto 2016-06-18 um 20.34.32ich auch können?!

Aber alles kann man eben nicht. Muss man es denn? Von den eierlegenden Wollmilchsäuen gibt es doch schon eine ganze Menge. Besser ist es, man sucht sich ein Team, Leute die so etwas viel besser können, und vor allem, viel professioneller und arbeitet mit ihnen zusammen. Das stärkt den Berufsstand, erzeugt mehr Qualität und lässt einen das tun was man viel besser als der andere kann.

Norwegische typografische Identity

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Mit Ecken und Rundungen entstand ein ganz eigenes Alphabet.
In Oslo, Bergen und Trondheim haben sich insgesamt vier Schulen zusammengeschlossen und bilden jetzt das »Kristiania University College« (Høyskolen Kristiania). Das neue Designkonzept, entwickelt von der Branding-Agentur Snøhetta, folgt dem Wort Transformation. Das Motto lautet: »We develop people«.
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Snøhetta, zugleich auch als Architektur-Büro bekannt, gestaltete die neue visuelle Identität auf Basis von Kreisen, Halbkreisen, Dreiecken und Rechtecken. Grafische Muster und typografische Formen vereinen sich in einer ganz eigenen Schrift: die Kristianske.
Das neue Branding visualisiert die Entwicklung von geschriebenen Worten, von einzelnen Personen, von den Schulen selbst mit Hilfe der eigens dafür entwickelten »tribal language«.
In der Anwendung wird die Kristiansk auch personalisiert genutzt, indem Studenten und Angestellte der Schulen ihre eigenen Namen in Kristiansk-Typo auf ihren Visitenkarten erhalten.

Ghostletters Leipzig – AUFRUF

Es gilt in der sich heute schnell wandelnden Zeit und der damit einhergehenden Modernisierung demontierte Schriftzüge im öffentlichen Raum zu erhalten.

TY_160524_Ghost-Letters_NEONNEON LANG Reklame Buchstaben © Daniel Gerersdorfer

Alte Reklame-Schriftzüge, die über dem Friseursalon von nebenan, der Bäckerei um die Ecke oder dem Antiquitätenladen an der nächst größeren Straße prangen, zieren viele urbane Räume. Oft nehmen wir die längst überholten, teils halb demontierten Ghostletters gar nicht wahr, so sehr haben sie sich ins Stadtbild integriert, sind mit Häuserwänden verschmolzen, übersprüht oder fast nicht mehr lesbar.

Und doch haben die alten Schriftzüge irgendwie einen Retro-Charme, die – würden sie auf einmal verschwinden – eine Lücke hinterließen. Das dachten sich auch der Grafiker Tom Koch und die Fotografen Daniel Gerersdorfer und Paul Schleicher aus Wien .
Sie entwickelten eine Idee, mit der sie den flüchtigen Zeitzeugen aus der Typografie im urbanen Raum ein analoges Denkmal schaffen möchten, bevor die Ghostletter gänzlich und stillschweigend verschwinden. Das auserwählte Medium ist naheliegenderweise ein Buch.
Ende Juni werden dann circa 100 der interessantesten Sichtungen neu fotografiert und erhalten einen Platz in dem geplanten Buch »Ghostletters Vienna« – mit Namensnennungen der Entdecker.

Das wäre doch auch was für uns in Leipzig, oder?
Wer macht mit?

Zudem könnte man dazu nicht nur eine Crowdsourcing-Aktion, sondern auch eine Crowdfunding-Kampagne einrichten. Wer sich dazu entscheidet, das Buch mitzufinanzieren, erhält entweder das fertige Buch selbst oder ein anderes exklusives Danke, das beispielsweise ein Poster, eine Postkarte, ein persönliches Porträt mit einem Ghostletter oder ein individuell produzierter Neonschriftzug (das natürlich nur für großzügige Unterstützer) sein kann.

Das so etwas funktionieren kann bewiesen die Initiatoren des Projektes aus Wien.

Bildschirmfoto 2016-06-11 um 16.17.29 Bildschirmfoto 2016-06-11 um 16.17.43 Bildschirmfoto 2016-06-11 um 16.17.16 Bisher – von Daniel Gerersdorfer und Paul Schleicher fotografierte Ghostletters:

Veränderungen in der Typografie

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Wie hat sich Typografie im digitalen Zeitalter verändert? Diese Frage steht über allen Kapiteln, die in diesem Reader behandelt werden.
Eine Vielzahl von neuen Parametern wie Displaygröße, Auflösung, Browser oder z. B. ein responsive Layout müssen bei der Gestaltung berücksichtigt werden. Regeln, die für Schrift in einem Printmedium gelten, sind auf die dynamische Web-Typografie nicht mehr anwendbar. Schrift bleibt nicht statisch, sondern entwickelt ein Eigenleben und oft entstehen Verschiebungen im Layout, die der Gestalter nicht eingeplant hat.
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Der Reader fängt den Status Quo der schnelllebigen Welt der digitalen Typografie ein und gibt gleichzeitig einen Ausblick auf kommende Innovationen und Zukunftsszenarien.
Produziert im sieben Meter langen Endlosdruck, ahmt der Reader den digitalen Onepager nach, rechnet nicht in Seitenzahlen sondern in Minuten und könnte durch den Textfluss so manchen Print-Typonerd irritieren.
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Design
Clara Mautsch
Katharina Steinbrenner
Friederike Wöhrmann
Mareke Müller


 

Darin unterscheiden sich Texter, Grafiker und Entwickler

Worin unterscheiden sich Kreative wie Texter, Grafiker und Entwickler? In ihrer Arbeit, ihren Werkzeugen und ihren Alpträumen. PickAndWhammy hat das auf eine witzige Weise illustriert.

 Was kreative Typen gemeinsam haben, ist ihre Leidenschaft, tolle Dinge zu erschaffen. Was aber beispielsweise Texter, Entwickler oder Grafiker angeht, unterscheiden sie sich speziell dann doch in einigen Dingen – vor allem in der Auswahl ihrer Werkzeuge. Zum dem Thema hat sich vor einigen Jahren eine Facebook-Community gegründet, die sich „CW versus AD“ nennt, was so viel bedeutet wie Copywriter versus Art Directors. Auf der Facebook-Seite werden verschiedene Grafiken gezeigt, die die Unterschiede der beiden Kreativarbeiter aufzeigen.
Wir haben einige der Beispiele für euch in der unten stehenden Bildergalerie veröffentlicht. Wir sind uns sicher, dass die eine oder andere Grafik euch mindestens ein Lächeln abverlangen wird – uns ist das jedenfalls passiert.
Sortiert nach:Das Werkzeug
PickAndWhammy_01
Die FarbenPickAndWhammy_02
Das Dateiformat
PickAndWhammy_03
Die Alpträume
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Die Software
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Der Start
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Die Nostalgie
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Der Feierabend
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Die Social Networks
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(Grafiken: PickAndWhammy)


 

Weisheiten zum Sonntag

Zitat_K. Weidemann
In loser Folge werde ich ein paar Weisheiten des Lebens, der Gestaltung und vor allem, dem Umgang mit Menschen, verkünden. Diese und andere haben nicht nur mir als Anreiz gediehnt, sondern sind auch m.E. Bestandteil gemeinsamen Bestehens und der Kommunikation im Allgemeinen und im Besonderem.

Alle stammen von Kurt Weidemann, der nicht nur die 10 Thesen der Typografie festlegte. Er war auch Gestalter von Marken wie Mercedes Benz, Porsche, coop und vielen anderen mehr. Das Zitat ist gestaltet in der von ihm entwickelten Coporate für Mercedes.
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Design made in Russia

Russische Grafik – eine Geschichte mit Höhen und Tiefen.

091d45a7a735cf87ba7ceb88c62eb7e7-1180x786 b05dce4639330d837645cbe25dd54703-1180x786Sie durchlief blühende Zeiten, inspirierte und ließ sich inspirieren, manipulierte, grenzte sich ab, provozierte, ließ nach und rappelte sich wieder auf. Dabei wurde ihre Entwicklung stark von politischen und gesellschaftlichen Ereignissen geprägt. 
K. Krotova
 und M.  Wunderlich haben es sich zu Aufgabe gemacht, diese packende Geschichte aufzuarbeiten.

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Es stellen sich die Fragen, was macht die russische Grafik aus? Welchen Einfluss hatte das russische Grafikdesign auf europäisches Design und umgekehrt? Welche Verknüpfungen kann man zwischen politischen / gesellschaftlichen Ereignissen und der Entwicklung des russischen Grafikdesigns herstellen? Wie hat sich die Grafik bis heute entwickelt und wie differenziert sich die heutige Gestaltung zur damaligen?

In ihrer Bachelorthesis
, „Russische Grafik – Ursprünge, Einflüsse, Entwicklung“ gehen sie diesen und weiteren spannenden Fragen auf den Grund und nehmen den Leser auf eine visuell ansprechend gestaltete Reise mit.
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Viele der russischen Designthemen werden in zahlreichen Werken ausführlich behandelt. Es gibt aber keine Veröffentlichung, welche die Entwicklung des russischen Grafikdesigns  umfassend aufzeigt und Bezüge zur Politik und Gesellschaft herstellt.
Unser Buch umfasst Beiträge zur russischen und europäischen Gestaltung verschiedener Autoren aus diversen Publikationen, die erahnen lassen unter welchen Umständen sich diese entwickelt hat. Durch Abbildungen verschiedener Medien werden die Texte unterstützt. Sie reflektieren die russische Geschichte und halten wichtige Momente fest.
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Das Werk bietet somit einen umfassenden Querschnitt durch die Entwicklung von den Anfängen um 1880 bis in die Gegenwart.

Bachelorthesis

Hochschule für Gestaltung
Schwäbisch Gmünd
Kommunikationsgestaltung
Studentinnen
Katharina Krotova
Marina Wunderlich
Betreuung

Prof. Jürgen Hoffmann
Prof. Dr. Dagmar Rinker

Alles neu bei Globetrotter

Globetrotter-Corporate-DesignNicht nur, dass Globetrotter erstmals eine Bildmarke erhält, auch Wortmarke, Typo und Farbwelt sind nicht mehr wiederzuerkennen …

Tschüß, organgefarbene Wortmarke: Globetrotter hat ein komplett überarbeitetes Brand Manual veröffentlicht. Das vorige Logo wurde komplett über Bord geworfen und machte einer Wort-Bild-Marke Platz, die tatsächlich keinen Bezug zum alten Branding aufweist. Für Konzept und Umsetzung des neuen Designs zeichnet Kommunikationsagentur Donkey aus Hamburg verantwortlich.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt? In mancherlei Hinsicht mag dieser Satz stimmen. Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich vor über zehn Jahren die Globetrotter-Filiale in Berlin betrat, um einen richtig guten Trekking-Schlafsack zu kaufen. Allein der Besuch des Ladens war schon ein kleines Erlebnis, wofür Globetrotter bekannt war beziehungsweise es noch ist. Trotz der Auch der nicht gerade in rosigen Zeiten des Unternehmens wagte Globetrotter jetzt einen großen Schritt in eine moderne Richtung, oder besser gesagt auf zu »neuen Horizonten«, welches der aktuelle Slogan ist. Nicht nur wurde der alte Slogan »Träume Leben« durch diesen ersetzt, auch die Wortmarke erhielt einen modernen Anstrich. Und über das streiten sich die Gemüter.

Auf den ersten Blick sehr verständlich, so weist das neue Erscheinungsbild keinen Bezug zum traditionsbehafteten Schriftzug aus den 1980er Jahren auf, weder farblich noch typografisch (Abbildung siehe unten).

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Aber warum nicht mal etwas wagen? Zwar hätte ein bisschen mehr Kohärenz hinsichtlich des Webdesigns von Globetrotter nicht geschadet, umso mehr überzeugt jedoch die Bildmarke.Globetrotter-CD_07
Globetrotter-CD_02  Globetrotter-CD_08
Das illustrierte Brand Icon ist in zwei Parts unterteilt, auf der oberen Seite sieht man Berge, auf der unteren Seite einen Weg beziehungsweise einen Fluss. Dazwischen prangt eine Lücke, die passend zum Slogan »Neue Horizonte« ein Sinnbild für die Reichweite der Natur darstellen soll.
Globetrotter-CD_016In Kombination mit der Wortmarke, der Bildwelt, die im Corporate Design Manual ebenso detailliert vorgestellt wird, und der typografischen Elemente fügt sich das Signet gut ein. Abgesehen von kleineren Abstrichen in der Lesbarkeit der Schrift-Setzung ist die Idee mit den horizontalen Strichen, Wellen oder Zickzack-Formen erfrischend und modern. Der Font »Avenir« ist die Hausschrift, wird in den Headlines immer in Versalien und im Blocksatz eingesetzt, wirkt somit recht brachial, erweist sich aber als Eyecatcher.
Globetrotter-CD_012 Globetrotter-CD_011 Globetrotter-CD_09 Globetrotter-CD_05Die Bildmarke vermittelt mir irgendwie genau das, was ich damals dachte, als ich die Filiale in Berlin betrat: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Also hat Globetrotter mit seinem Relaunch meiner Meinung nach alles richtig gemacht. Über die Radikalität Globetrotter-CD_015 Globetrotter-CD_014 Globetrotter-CD_013kann man sich streiten. Aber alleine schon, um sich wieder ins Gespräch zu bringen, war das ein angemessener Schritt in eine neue Richtung.

zusammen – arbeiten

»Nur wer weiß, wo er hinsegeln will, setzt die Segel richtig.«
Ein Zitat von Jürg Meier ist die Einleitung zu dem Thema »Mein Kunde und ich«. Für eine produktive, und vielleicht relativ stressfreie, Zusammenarbeit ist es notwendig, die Regeln zu kennen, sie vorzugeben und verständlich zu kommunizieren.
Das ist im Übrigen temporären lebens eine angehenden Gestalters genauso wichtig und notwendig – hier nur um seine Projekte zu händeln und zu präsentieren – wie nachher im sogn. richtigem Leben (was auch immer das sein soll – gibt es denn ein falsches Leben?).
dazu habe ich in einem kleinem Heft diese wunderbaren Anregungen gefunden, die sich jeder nicht nur hinter den Spiegel klemmen sollte, sondern auch hinter die Ohren und stets vor Augen halten. Im Wortsinn geht das natürlich nicht, ist aber sprichwörtlich gemeint.

Später kommt noch ein Beitrag zur Kalkulation und Angebote, noch wichtiger. Hier hat mir Erik zum Beispiel gesagt, er schreibe keine Angebote mehr. Kunde sagt wie viel er hat und dafür bekommt er es auch. Schließlich hängen oder stehen in jedem Laden auch die Preisschilder sichtbar an den Dingen. Immer dieses rumfeilschen, echt lästig.

Gut, also zum Designprozess. Der besteht ja aus den Komponenten Briefing – ReBriefing – Analyse und Recherche – Konzeption – Prototyping – Präsentation – Umsetzung –  Evaluation.

Hier zusammengefaßt in kleinen Bildern.
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Friday (Design) Night in Berlin und besondere Begegnungen

Vormittags voll die Kultur erlebt, Parks, Schlösser, Gärten und klassizistische Architektur. Abend dann fette Kontrastprogramm – Design und digitale Welten. Also los gings zuerst zu p98. Das ist die legedäre Druckerei von Erik Spiekermann.
Werft einen Blick in die typografische Druckwerkstatt von Erik Spiekermann und erkundschaftet das umfangreiche Sammelsurium an Holz- und Bleischriften. Macht Euch anschließend die Finger schmutzig, indem ihr selbst ein Plakat an den Andruckpressen druckt. Die Türen der p98a berlin sind von 19 bis 24 Uhr für Euch geöffnet.
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So verhieß die Ankündigung zur Design Night. Nicht ganz ohne Hintergedanken wollte ich dort zuerst hin, habe meine Kids überredet, mehr, viel mehr mein Sohn als die Tochter. wandelt sie doch auch auf den Spuren der Gestaltung und ist ambitionierte Designerin. Da ich Erik schon eine ganze Zeit nicht mehr gesehen und gesprochen habe, war es mal wieder höchste Zeit für ein kleinen Plausch über die Schwarze Kunst und die Buchstaben. Ich wusste – habe ich auch hier schon gepostet – das Erik sich hat neue Schrift in Rumänien (CNC) schneiden lassen hat.
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Und nicht nur das. Er hat für seine Bleisätze auch neue @-Zeichen und €-Zeichen gießen lassen. Ohnehin der einzige, glaube ich, der sich dem Neuen nicht verschließt weil er weiß, wie wertvoll das Alte ist. Getreu dem Motto »Ohne Herkunft keine Zukunft«.

Ja und dann haben wir geplauscht, dachte ja erst es ist rappelvoll, war aber ganz früh da damit noch richtig  Zeit zum reden ist. Und wie immer, Erik erzählte und erzählte und zeigte und zeigte. Meine Kids, vor allem meine Tochter waren total baff von der geballten Kompetenz.
IMG_8946Hier übrigens ein Druck seiner Demoschriften, und wie man sieht, das ›S‹ ist falschrum gesetzt und ausgeschossen ist der Versalsatz auch nicht. Zog dann eine schöne Typodiskussion nach sich.

IMG_8953 IMG_8954 IMG_8955 IMG_8958 IMG_8959 IMG_8960 IMG_8961 IMG_8962Seine Druckerei, seine Poster, seine Leidenschaft und sein Leben. Das Nachgießen von Buchstaben kostet mittlerweile 60 € das halbe Kilo.

Und Innovator ist er immer noch, er druckt un Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Adlershof Poster im Weltformat (A0 Überformat).
Bildschirmfoto 2016-06-04 um 18.41.05 Bildschirmfoto 2016-06-04 um 18.41.32 Bildschirmfoto 2016-06-04 um 18.41.40 IMG_8952Bildschirmfoto 2016-06-04 um 21.12.28Hier das Video dazu

Die Lettertypen findet man unter: www.dielettertypen.de/

WELTFORMAT gedruckt bei “Die Lettertypen”

Das ist nicht nur Weltformat sondern auch Weltklasse. Dieses Plakat entstand in Zusammenarbeit mit unseren Freunden Erik und Ferdinand aus der Galerie P98a.
Die Umsetzung von der Idee zum Plakat war alles andere als einfach, immerhin ist die alte Dame nun schon 92 Jahre alt. Jeder Arbeitsschritt, vom Anleger bis hin zur Rechenauslage, wurde stets und ständing mit neuen Herrausforderungen durch die Johannisbrerger Schnellpresse quittiert.

Es gibt aber einen, der kann mit der Dame sensationell umgehen und hat diese Idee, wie er sagen würde, fast perfekt umgesetzt. Wir finden es großartig und der gesamte Dank gilt dir lieber Reinhard, ohne deinen Einsatz gäbe es dieses Plakat nicht.
Mehr Infos über die Entstehung des Plakates folgen.

Plakat: Weltformat
Format: 1280mm x 905mm
Farbe: 2/0 (Automatenschwarz + Rot)
Papier: 350g/m² MetaPaper extra rough
Druck von original Holz- und Bleibuchstaben im Buchdruck/Hochdruck


Hier noch ein Link zum sinnvollen Umgang mit Schrift und Buchstaben.

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Das war nun die erste Tour, dauerte vieeel länger als gedacht und dann ging es zum Fontshop.
IMG_8975IMG_8973IMG_8967 IMG_8968 IMG_8970  IMG_8974 Die Schrift gibt es als kostenlosen download unter: – Monotype bietet den Font hier zum kostenlosen Download an.
War auch ganz schön aber wir waren dann schon platt und streiften noch durch Kreuzberg. Dabei haben sich noch ein paar Bilder machen lassen.
IMG_8977 IMG_8978 IMG_8979Und hier Streetart vom Feinsten.
IMG_8980 IMG_8981 IMG_8982Und noch ein schönes neues Label, alte Bekannte und dann ging es heimwärts.IMG_8983 IMG_8984 IMG_8985 IMG_8986Wie schon Element of Crime sang: »…ein schöner Tag, der nie zu Ende geht«

 

freitag

An einem ganz normalen Freitag oder doch was ganz Besonderes?!
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Was macht man wenn man einen ganzen Freitag vor sich hat? Also das man (ich) weiß, dass ich nicht nur meine kleinen “Terroristen“ bespielen muss, sondern auch das ich etwas Zeit für mich brauche. Ergo, das Mountaibike aus dem Keller geholt, ordentlich Stadtluft gepumpt, man braucht etwa 4 Bar auf jedem Reifen für einen coolem Stadttrip (nennt man auch Rollwiederstand), und dann los aufs Radel gen Potsdam um die alten Kumpels zu besuchen. Nicht alle wohnen am See, aber in der Nähe der Havel.IMG_8930 Potsdam und die Umgebung ist einfach zu geil um wahr zu sein. Kleinode der besonderen Güte. Ich liebe den Glienicker Park und Schloss Glienicke über alles. Wäre ich Oligarch, ich würde es kaufen. Traum- und immer wieder Zauberhaft. Nun denn mit das Bike durch den park, die Sonne scheint, es riecht nach Linde und SOMMER und der Blick vom Park zur Havel über Kultur. Sprachlos und bis in die Lenden entzückt. Iphone raus und Fotos gemacht, nur die Hälfte, oder ein Viertel von dem was wirklich im Herzen passiert, auf die digitale Ebene gebannt. Die Tropfen des letzten Regens, gefangen in den Blättern der Bäume, fallen noch bei jeden Windstoß ins Gesicht und es sind jetzt schon 25 Grad, geil.
IMG_8943 Glienicke_02 IMG_4473 IMG_4464 IMG_8932 IMG_8934Dann, die Architektur, das Licht und das Gefühl, hier will ich sein, hier bin ich jetzt und das ist alles wahr. Gefühlt im 19. Jahrhundert, gebunden im hier und jetzt. So ein Freitag.
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Hier saßen wir nun und tranken Radler und genossen den Blick über die Havel zum Schloss Babelsberg.IMG_8942

Corporate Design II

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Für die Erstellung eines Corporate Designs schrieb ich hier unlängst einen Leit(d)faden für Anfänger. Jetzt geht es darum, wie man am besten mit dem Kunden zusammen arbeitest, woran man ein gutes Corporate Design erkennt – und wie es nach der Fertigstellung weiter geht.

Das Wichtigste beim Corporate Design: Die Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit ist von der Beziehung zwischen Kunde und Designer oder Agentur abhängig. „Natürlich ist die Arbeit besser, je enger der Kontakt zwischen beiden Seiten ist – das erspart zum Beispiel häufige Korrekturen“, sagt Achim, der auf Design Tagebuch bloggt. Gerade am Anfang seien ein ständiges Updaten und eine gute Zusammenarbeit aber besonders wichtig. Achim erzählt auch, es gebe sogar Unternehmen, die sich mit ihrer Agentur in einem Ferienhaus in Schweden zu einer Art Brainstorm-Konklave zurückziehen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln.
Natürlich muss man nicht gleich einen „Urlaub“ miteinander verbringen. Inzwischen gibt es etliche Tools, die unter anderem das Live-Layouting ermöglichen und den Kunden schon beim Entstehungsprozess einbinden. Grundsätzlich ist aber in solchen Fällen das Know-how in den Bereichen Beratung und Moderation der Agentur gefragt.
Aber nicht bei jedem Kunden gibt es so viel Freiraum, oft bekommen Agenturen auch klare Vorgaben aus Marktforschungsergebnissen oder Marktstrategien. Achim sagt: „Je besser beide Seiten miteinander können, je größer die gegenseitige Wertschätzung, desto besser ist auch das spätere Ergebnis.“

Corporate Design: Die Vorarbeit

Für das Projektmanagement, die Beratung und Betreuung fällt, nach Aussage von Achim, in der Regel die meiste Zeit an, und nicht für die eigentliche Umsetzung. Die Idee oder das Grundgerüst seien oft schon in wenigen Stunden oder Minuten gefunden.

Achim rät aber, das lieber unter Verschluss zu halten, denn gerade auf Auftraggeberseite könne sonst schnell ein falscher Eindruck entstehen. Und das aus gutem Grund: Nur weil das Gerüst stehe, sei die Arbeit noch nicht getan. Ab dem Zeitpunkt kann sie sich oft noch über Wochen oder Monate ziehen.
“Es dauerte ein paar Sekunden um es zu zeichnen, aber es dauerte 34 Jahren zu lernen, wie man es in wenigen Sekunden zu zeichnen.”
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Vor dem Design ist nach dem Design

„Ein Corporate Design ist ein kontinuierlicher Prozess, der kein wirkliches Ende kennt. Ein Schritt, der meistens unterschätzt wird, ist die Implementierung – hier zeigt sich, ob die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Seiten wirklich funktioniert. Nach Übergabe des Corporate-Design-Manuals ist zwar ein großer Schritt getan, es liegt aber auch noch viel Arbeit vor einem – und mit der Implementierung wahrscheinlich auch die anspruchsvollste Aufgabe“, so der Autor des Design Tagebuchs.
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scheitern

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Wann habt ihr das letzte Mal das Gefühl gehabt, dass nichts funktioniert? Dass man den falschen Weg eingeschlagen hat oder sich vor Fehlern nicht mehr ret-ten kann. Ihr seid nicht alleine.
Wir alle ›scheitern‹. Selbst die Großen unter den Designern haben uns ihre Geschichten erzählt. Dafür waren wir in Berlin, im ›Hort‹ bei Grafik-Designer ›Eike König‹, sowie im ›Atelier Steffen Kehrle‹ in München. Um das ›Scheitern‹ mit all seinen Fassetten zu verstehen, haben wir außerdem ein Gespräch mit der Psychologin ›Dr. Bettina Meraner‹ in Bozen geführt. Ihr seht, ›Scheitern‹ betrifft einfach alle – ob Kind, Jugendlicher, Erwachsener oder Senioren. Auch die gesamte Menschheit hat es sich nicht selten zur Aufgabe gemacht zu versagen. Genau mit diesen Erkenntnissen haben wir uns an die neue Ausgabe des DOC. Magazins gesetzt. Jedes Kapitel beschäftigt sich mit einem ›Lebensabschnitt‹, den wir alle entweder schon durchlebt haben oder den wir noch vor uns haben. Hierfür haben wir eine Umfrage gestartet, an was die Befragten bisher ›gescheitert‹ sind und in was sie gut sind. Wir wollen nicht nur die Schattenseiten aufzeigen, sondern auch, dass ›Scheitern‹ seine positiven Seiten hat und uns immer wieder antreibt. Mit den ›abgerissenen Seiten‹ im Heft wollen wir allen Mut machen zu experimentieren aber auch zu akzeptieren, dass nicht immer alles so läuft, wie man es sich wünscht.
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Denn genau diesen Weg sind auch wir gegangen. In jedem Prozess kommt es zu ›Unstimmigkeiten‹, ›Fehlern‹ oder ›Sackgassen‹. Am Ende steht unser klares Raster der freien Gestaltung (abgerissene Seiten) gegenüber und zeigt die neuen Wege und Kompromisse, die man oft gehen muss, um sein Zeil zu erreichen. Man wird immer wieder im Leben ›scheitern‹. Aber mit etwas Humor & Erfahrung kann man am Ende doch alles meistern. Euer DOC Magazin – April 2016
Bei Interesse an dem Magazin bitte einfach eine kurze Mail an kontakt@docmagazin.de mit Anschrift schicken!
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Corporate Design? – Wie geht es als Anfänger

corporate Design_5„Wir brauchen ein neues Corporate Design – du bist doch Designer oder willst einer werden, übernimm das mal.“ Habt ihr das auch schon mal gehört und nur noch „HILFE!“ gedacht?
Die Grundzüge des Corporate-Design-Prozesses – und worauf es ankommt, damit er zu einem konsistenten, langlebigen Ergebnis führt.
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Wie geht Corporate Design?

Ein Corporate Design (CD) hat zum Ziel, einer Firma und ihren Produktmarken ein einheitliches und glaubwürdiges Auftreten zu geben. Das visuelle Erscheinungsbild soll nicht in erster Linie schön aussehen, sondern die (wohl meist positiven) Werte einer Marke weitergeben und so Vertrauen schaffen.
Vereinfacht gesagt besteht jedes Corporate Design aus drei Elementen: dem Fundament, den Basiselementen und den Anwendungen. Ebenfalls vereinfacht gesagt werden diese schrittweise in einem mehrphasigen Prozess erarbeitet.1-Grafik-Prozess-595x243
Vier Schritte auf dem steinigen Weg zum neuen Firmenauftritt (Grafik: Bühlmann Pearson, Zürich)

In Tat und Wahrheit werden benachbarte Phasen jeweils mehrmals durchlaufen, und ihre Ergebnisse werden dabei immer wieder angepasst und verfeinert. Doch das obige Diagramm zeigt richtig auf, wann welche Schwerpunkte gesetzt werden: Phase eins und zwei liefern das Fundament, Phase drei die Basiselemente und Phase vier alle Anwendungen.

Der erste Schritt zum Corporate Design: Das Fundament

Das Fundament definiert die Identität einer Organisation und legt deren Werte fest. Es ist damit ein langlebiges Element und greift über die Bedürfnisse des Designs hinaus. An seiner Güte und Stabilität entscheidet sich, ob ein darauf basierendes Design gelungen erscheint und seinen Zweck erfüllt: es soll Identität und Werte nach außen tragen und wirkt nur dann glaubwürdig, wenn das nicht einfach platt, sondern überzeugend gelingt.

„Gründer und Management müssen das Fundament legen.“

Damit ist klar, dass hier ein Hauptteil deiner Arbeit anfällt. Mit dem Fundament steht und fällt der Erfolg deiner Mitarbeit am Corporate Design. Es gilt, alle Interessengruppen einzubeziehen und in Workshops abzustimmen. Das übernimmt oft die externe Agentur, die den Gestaltungsauftrag an Land gezogen hat. Doch du kannst ihnen helfen, indem du alle Parteien – allen voran die Gründer und das Management – zur aktiven Mitarbeit aufforderst und sie dafür sensibilisierst, wie wichtig diese ersten Schritte sind.


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Kompaktes Typowissen

Kompaktes Basis­wissen zur Verwendung von Schrift und Seitengestaltung
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Die kompakte Sammlung versucht durch das unüberschaubare An­gebot an Literatur zu navigieren und trägt die wichtigsten Inhalte in einer Broschüre zusammen. Jede Karte behandelt ein Thema. Auf der Vorderseite finden sich grundlegende Wissensinhalte, die Rückseiten greifen einen prägnanten Aspekt heraus und stellen ihn plakativ dar. Die Broschüre wird mit Buch­schrauben zusammen­gehalten und kann somit einfach auseinandergenommen werden, um sich beispielsweise einzelne Seiten an die Wand zu hängen.

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Die theoretischen Inhalte können durch praktische Übungen weiter vertieft wer­den. Auch sie sind so gestaltet, dass sie leicht in einem Ordner abgeheftet werden können. Ergänzend zeigt das Schriftenheft eine Auswahl an bewährten Schrift­arten und ermöglicht einen Vergleich deren formalen Eigenschaften. Das Plakat bildet gängige Formate im Originalmaßstab ab. Alle Elemente sind in einer stabilen Box gesammelt, die mit dem Signet gekennzeichnet ist.
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Hochschule für Gestaltung
Schwäbisch Gmünd
Betreuung

Prof. Daniel Utz
Prof. Dr. Dagmar Rinker
Gestaltung:
Vanessa Kammerbauer


StreetArt

96a3be3cf272e017046d1b2674a52bd31-1200x795 70efdf2ec9b086079795c442636b55fb1-1200x795 c74d97b01eae257e44aa9d5bade97baf-1200x795
Streetart, mit all seinen Ausprägungen, Varianten und Bedeutungen, ist in seinem vollen Umfang kaum zu fassen. Was bewegt junge Leute in die Stadt zu gehen und öffentliche Räume zu belegen, etwas zu kreieren, ohne zu wissen, ob es einen Empfänger für die Werke gibt?
Es entsteht der Ansatz für eine Konzeptionstheorie. Um einen eigenen Gestaltungskatalog zu entwickeln, untersuchten die Kollegen von we are now die Kommunikation, die Gestaltung und die Motivation von Streetart und zerlegten sie in ihre Einzelteile und machten daraus ein Buch.
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