Figur-Grund Vol. 2


Die Sinnesphysiologie ist darauf angelegt Kontraste wahrzunehmen.
Kontrast erhöht die Aufmerksamkeit. Prägnante Kontraste sind für die ästhetische Wirkung besonders wichtig. Sie geben dem Auge Anlass das Besondere im Umfeld des Allgemeinen auszumachen. Nur über Kontraste können  wir die Dinge unterscheiden. Kontraste sind, wenn sie sehr intensiv in Erscheinung treten, Kennzeichen tiefensymbolischer Wahrnehmung.
Wir haben mit den Kontrasterfahrungen vielleicht die elementarsten existentiellen Konstanten im Blick. Hunger und Sättigung, müde und wach, warm und kalt, die ganze Serie polarer Befindlichkeiten taucht hier auf.
Sind die Kontraste eher schwächer oder haben wir es mit immer wiederkehrenden Information zu tun, werden diese zwar nach wie vor wahrgenommen, können sich aber der Aufmerksamkeit entziehen gemäß den Überlegungen zur Ikonizität. (Nicht die „Reizschwelle“ wird erhöht, sondern die Information wird nicht mehr bewusst wahrgenommen, da sie „bekannt“ ist.)

Folgend: Beispiele einer Anordnung verschiedener Formen. Deutlich erkennbar wie Figur und Grund im Einklang stehen oder auch nicht.

Bildschirmfoto 2016-01-17 um 11.02.10 Bildschirmfoto 2016-01-17 um 11.02.52 Bildschirmfoto 2016-01-17 um 11.03.02 Bildschirmfoto 2016-01-17 um 11.05.01 Bildschirmfoto 2016-01-17 um 11.05.23 Bildschirmfoto 2016-01-17 um 11.06.57 Bildschirmfoto 2016-01-17 um 11.07.14

Somit können wir im Hell-Dunkel einer Gestaltung diese ganzen Ebenen erfahren. Seltsamerweise da vielleicht am wenigsten, wo der Hell Dunkel Kontrast am intensivsten ist . Plastizität von Gegenständen wird in der Regel nur durch Hell-Dunkel Abstufungen erreicht.Bildschirmfoto 2016-01-17 um 11.07.24 Bildschirmfoto 2016-01-17 um 11.07.43 Bildschirmfoto 2016-01-17 um 11.08.16 Bildschirmfoto 2016-01-17 um 11.13.59 Bildschirmfoto 2016-01-17 um 11.15.42 Bildschirmfoto 2016-01-17 um 11.17.51

Hebt sich die Figur eindeutig vom Grund ab, wird ihr mehr Aufmerksamkeit gewidmet und sie bleibt auch stärker im Gedächtnis haften als der dazugehörige Hintergrund. Man spricht dann von einer stabilen oder eindeutigen Figur-Grund-Beziehung. Die eindeutige Figur-Grund-Beziehung ist für einen Grafikdesigner von besonderer Wichtigkeit, da sie wesentlich für das Verständnis eines Bildinhaltes oder Layouts ist.
Beim Betrachten von Bildern erfassen wir auch diese nur über deren Kontrastwirkungen. Die Kontraste und deren Erscheinungsform lässt beim Betrachter die existentiellen Konstanten anklingen und gibt dem Bild von daher eine bestimmte Tendenz.
Die wichtigsten Merkmale einer stabilen Figur-Grund-Beziehung sind:

>  Die Figur hebt sich durch eine eindeutige Form vom eher formlosen Grund ab
>  Der Grund setzt sich auch hinter der Figur fort
>  Figur und Grund können nicht zugleich wahrgenommen werden
>   Meist wird die kleinere Fläche als Figur und die größere als Hintergrund interpretiert
>  Die Figur erscheint näher und an einer eindeutigen Position im Raum, während der Grund keine eindeutige Position im Raum einnimmt und weiter weg erscheint
>   Nahe beieinander liegende, ähnliche Elemente werden zusammengefasst als eine Figur wahrgenommen
>   Symmetrische und geschlossene Formen werden bevorzugt als Figur wahrgenommen
>  Elemente unterhalb einer Horizontlinie werden eher als Figur, jene über der Horizontlinie als Grund wahrgenommen

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