Louis Braille


Gutenberg der blinden Menschen
Die Grafik Galerie des Museums der Arbeit in Hamburg zeigte in einer Ausstellung die Arbeit von und über Louis Braille, der 1825 die nach ihm benannte Schrift für Blinde entwickelt hat.Das, was Johannes Gutenberg für die Sehenden, ist Louis Braille für die blinden Menschen. Mehr noch: Während Gutenberg eine Technik entwickelte, mit deren Hilfe Texte einer bestehenden Schrift drucktechnisch in höheren Auflagen reproduzierbar wurden, schuf Braille vor rund 200 Jahren ein neues tastbares Schriftsystem, das blinden Menschen Zugang zu umfassender Bildung ermöglichte.

Das Museum der Arbeit zeigt in Kooperation mit dem Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V., warum sich die einfache und geniale Erfindung des Louis Braille durchsetzen konnte und warum seine Schrift aus sechs Punkten heute weltweit Standard ist.

Louis Braille ist erst drei Jahre alt, als er sich beim Spielen mit einer Ahle am Auge verletzt. Beide Augen entzünden sich und zwei Jahre später erblindet er. Als Zehnjähriger bekommt Louis ein Stipendium für das »Institut für junge Blinde« in Paris. Hier wird die sogenannte »Nachtschrift« gelehrt. Der Offizier Charles Barbier de la Serre hatte aus zwölf gestanzten Punkten einen abstrakten Zeichensatz entwickelt, der zur heimlichen Übermittlung von Kriegsnachrichten in der Nacht gedacht war. Doch das umständliche Abtasten von Barbiers zwölf Punkten von oben nach unten macht das Lesen zu schwierig. Louis Braille reduziert die Grundform auf sechs Punkte und bereits 1825 im Alter von 16 Jahren hat er sein Alphabet fertig gestellt. Die entstandenen Zeichen sind für blinde Menschen leicht lesbar. Auch das Schreiben gelingt mit Tafel und Stichel mühelos.

In der Sonderausstellung »Louis Braille. Gutenberg der blinden Menschen« hatten Besucher die Gelegenheit, verschiedene Blindenschriften zu ertasten. Gezeigt wurden außerdem Hilfsmittel von der Rillentafel über die Punkt-Punkt-Schrift-Maschine bis hin zum modernen Computerarbeitsplatz, mit denen blinde Menschen gestern wie heute die Braille-Schrift lesen und schreiben.

Blindeschrift-Druckautomat Plakat Braille 443_72 Web Publikation in BlindenschriftBild 1: Blindenschrift-Druckautomat. Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB), Veröffentlichung genehmigt vom Museum der Arbeit in Hamburg.
Bild 2: Ausstellungs-Plakat Louis Braille. Gutenberg der blinden Menschen
Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e. V.
Bild 3: Publikation in Blindenschrift. Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V. (BSVH), Veröffentlichung genehmigt vom Museum der Arbeit in Hamburg.

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