Ornament_Research_Trace


39_azzurrocloudsposterslanted22_arttype_108slanted22_arttype_065d4eb5a4cdd847cd38ae51c1d1d4afc5e slanted22_arttype_036 slanted22_arttype_045Adolf Loos, Wiener Architekt und Essayist schrieb Anfang des 20. Jahrhunderts den Schmähartikel »Ornament ud Verbrechen«, in dem er behaptete, dass das Ornament jedes Maß und Ziel verloren und beliebig geworden sei. Das Ornament verbrauche immer schneller und müsse daher ständig ersetzt werden. Dieser Wechsel zeige, dass es nicht notwendig und also überflüssig sei.

In der heutigen Zeit ist die Frage ob Ornament Verbrechen ist längst hinfällig. Hinter der Frage, ob das Ornament leben und die volle Freiheit wiedererlangen darf, steht die Frage nach unserem Verhältnis zur Wirklichkeit. Eine alte Erfahrung zeigt: wer schmückt, liebt. Das Ornament ist daher nichts anderes als eine Liebeserklärung an die Wirklichkeit. Der Mangel daran aber ist die Lieblosigkeit.

Eine Antwort auf diese Frage finden wir – ohne uns, wie Loos, auf zweifelhafte Prognosen einlassen zu müssen – in der neueren Geschichte. Unsere modernen Städte sind, um beim Bauornament zu bleiben, gesichtslos und austauschbar. > Erinnern wir uns an den Schweizer Architekt Le Corbusier,  der Faschist des rechten Winkels der es irgendwie geschafft hat zur Lichtgestalt der Moderne zu werden. Die Pariser feiern ihn gerade wieder, stellvertretend für die ganze Welt. Vergessen wir ihn. > mehr dazu hier

Le Corbusier
Mangels Ornament sind uns die meisten Bauwerke gleichgültig geworden. Vielleicht kann man manche bestaunen, lieben jedoch kann man sie kaum. Solche Beziehungen zur Umgebung aber sind gestört. Sie wirken sich belastend auf die Psyche der Betroffenen aus. Inzwischen gibt es denn auch Hinweise darauf, dass schmucklose Architektur ihrerseits kriminell machen kann.

Diese Beziehungsstörungen zeigen, dass wir den Bruch der uralten Freundschaft mit dem Ornament nicht verkraftet haben. Emanzipiert und selbstbestimmt, wie wir uns sehen wollten, haben wir uns der Illusion hingegeben, ohne das Ornament zurechtkommen zu können. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir jedoch zugeben, dass es uns fehlt. Eben dies ist doch der Grund dafür, dass wir immer mehr in Erinnerungen schwelgen und allenthalben versuchen, uns die früheren gemeinsamen Erlebnisse mit dem Angeklagten zu vergegenwärtigen. Aber unsere Besuche in alten Schlössern, Kirchen und historischen Stadtkernen und all die Liebe und Pflege, die wir dort hinwenden, sind nur Ersatzhandlungen.
Aber was ist eigentlich das Ornament in der typografischen Gestaltung und welchen Stellenwert nimmt es ein? Das genau ist der Grund einer Untersuchung des eigenem Verständnis von Ornament vs. Gestaltung.
3_musterstoerung759762181Die Spuren des Ornamentes und der Rhytmus der eigentlichen Abfolgen wiederkehrender Formen möchte ich in der Gestaltung nicht missen.
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